Ausmisten die Zweite – Mit den Augen eines neuen Partners

Nachdem Du nun die Grundsätze des Ausmistens aus unserem ersten Artikel „Ausmisten-Platz schaffen für einen Neuen Partner“ kennst, führen wir Dich mit den Augen eines neuen Partners durch Deine Wohnung und geben Dir hier konkrete Tipps zum Ausmisten der einzelnen Räume.

Eine Reise mit den Augen des Anderen:

Er/Sie kommt mit Dir durch die Tür herein, legt die Schuhe, dann die Jacke und die Tasche ab, doch findet er/sie keinen freien Platz an der Garderobe, zwischen den hundert Jacken und Schuhen. Ihr geht ins Wohnzimmer, vorsichtig, denn statt über einen freigeräumten Boden, schlängelt Ihr Euch an Müllbeuteln und Altglas vorbei, die längst ihren Weg in die weite Welt finden wollten. Ihr setzt Euch auf das Sofa, es zwickt ein wenig am Po, da neben Kissen und Decken, auch das Nähset vom letzten Mal Knopfannähen liegt. Du gehst kurz raus und holst ein Getränk für Euch beide und er/sie hat etwas Zeit, sich umzusehen. Es ist gemütlich bei Dir, aber auch etwas chaotisch, es gibt den ein oder anderen Chaoshaufen und Überbleibsel von Bildern mit dem Expartner oder von ihm/ihr offensichtlich ausgesuchte Deko-Gegenstände. Jeder Deko-Gegenstand hätte gerne seinen Platz und Freiraum um zur Geltung zu kommen, versinkt gerade aber in einem Meer aus Dingen, die dicht gedrängt an viele schöne Momente erinnern. Deine Arbeitsecke mit Schreibtisch hat eine freie Oberfläche, meistens, also ein Stift hätte sicher noch Platz zwischen der wohl behüteten Haufenkartei, die sich auf dem Schreibtisch gestapelt hat. Den Tee, den Du nun bringst, stellst Du auf den frei geräumten Wohnzimmertisch, nachdem Du mit einer ausholenden Wischbewegung Deines Armes, den Kram, der sich angesammelt hat, geschmeidig von ihm schiebst. Nach dem Tee wollt Ihr zusammen kochen, das Rezept ist parat, doch kann er/sie Dir nicht beim Kochen helfen, weil die Küchenzeile voll mit Dingen und Geräten steht, die nicht mehr in die Schränke gepasst haben.

Satt gegessen macht Ihr Euch zum Schlafen bereit, denn Dein Gast wollte über das Wochenende bleiben. Leben wird er/sie wohl aus dem Koffer, denn die Kleiderschränke quellen über. Was hinten eigentlich drinnen ist, weißt Du auch nicht mehr so genau. Eins weißt Du ganz sicher: Reinschauen, darf Dein Besuch nicht, denn es würde eine Lawine auslösen. Aber Du machst das Beste daraus und stellst einen zweiten Stuhl neben den Schrank, damit auch er/sie seine Klamotten darauf werfen kann. Jetzt fühlt sich Dein Klamottenhaufenstuhl mit seinem neuen Partner richtig wohl. Ein Platz im Badezimmerregal für die Zahnbürste und ein Gästehandtuch wäre gut, gibt es aber leider noch nicht – vielleicht hilft ja die galante Wischbewegung mit dem Arm noch einmal.

Doch nun ab ins Bett, für Dich die leichteste Übung, doch Dein Besuch hat so seine Bedenken. Auf der zweiten Betthälfte liegen noch breit verteilte Tascheninhalte, Bücher, Klamotten und ein Hund. Du hast keinen Hund? Dann eben eine Katze oder ein Meerschweinchen, eine Schlange oder die kleine süße Wollmaus. Auf jeden Fall gefährlich.
Am nächsten Morgen ist das Wetter schön sonnig und ihr frühstückt auf dem Balkon/der Terrasse, die zwar auch als zweiter Keller oder ausgelagerte Müllhalde genutzt wird, aber mit den ersten Sonnenstrahlen des Tages auch ihren Charm hat.

Du hast ein Hobby-Zimmer und möchtest es ihm/ihr zeigen, da es die gute Laune, die Du mit dem Hobby verbindest, widerspiegelt. Leider ist das auch Dein Chaosreich. Das Schild sagt „Vorsicht Chaos Lebensgefahr“. Und Dein Gast soll ja noch lange am Leben bleiben, also besser doch nicht die Tür öffnen. Aber ein Zimmer hast Du noch lieber als alle anderen, das (ehemalige) Kinderzimmer. Leider hat sich die Naturgewalt (Deine Tochter/Dein Sohn) nicht bändigen lassen und sich in der ganzen Wohnung verteilt.

Ganz so schlimm, wie eben beschrieben, sieht es hoffentlich nicht bei Dir aus, aber vielleicht erkennst Du die eine oder andere Situation bei Dir wieder. Wenn es noch nicht so ist, also offene Chaosecken da sind, die Oberflächen zu geräumt sind oder kein Platz für die Sachen Deines Flirts da sind, dann heißt es ran an den Speck! Damit sich Dein neuer Partner/Partnerin in Deiner Wohnung auf Anhieb wohl und angenommen fühlen kann.
Im ersten Artikel haben wir geschrieben, dass Du mit den wichtigen Baustellen zuerst anfangen sollst, damit Du gleich erste Erfolge hast. Wir haben Dir eine Checkliste hier erstellt, die Du einfach von oben nach unten angehen kannst.

Check-Liste für eine partnerfreundliche Wohnung:

  1. 1.) Oberflächen freiräumen, da sie das Erste sind, was man sieht. Also den Boden, die Sitzgelegenheiten und die horizontalen Flächen der Regale, Schränke und Tische. (Manchmal musst Du Sachen, die sich noch in Schränken befinden dafür aussortieren)
  2. 2.) Platz an der Garderobe für Schuhe und Jacke freiräumen.
  3. 3.) Platz im Bad für ein extra Handtuch und die Hygieneartikel des Anderen schaffen.
  4. 4.) Einen freien Platz im Kleiderschrank nur für den potentiellen Partner bereitstellen.
  5. 5.) Das Bett muss freigeräumt sein und ohne Haustiere und deren Spuren (Haare oder Pfotenabdrücke).
  6. 6.) Erinnerungen an die Exliebe ganz weggeben, oder in den Keller und nur ausgewählte Erinnerungsgegenstände an Familienmitglieder (Eltern, Geschwister oder Kinder) aufstellen.
  7. 7.) Es gilt für alle Räume (z.B. Balkon, Hobbyzimmer oder Kinderzimmer): Keiner sollte so schlimm aussehen, dass die Person, die Du lieben möchtest, keinen Blick darein werfen darf. Wenn Du ihr die Tür verschließt, verschließt Du Dir vielleicht auch eine bei ihm/ihr.

Mein Tipp bevor Du anfängst, stelle Dir ein paar Boxen, in die Du Sachen einsortieren kannst bereit – egal ob Brotboxen, oder die alten Kartons Deiner Bestellungen. Als Zweites nimm Dir noch Aufkleber (Post-its, Sticker, oder Kreppband-Stücke) und markiere, was Du schon sortiert hast. Gleichzeitig kannst Du aufschreiben, was in der Schublade/Kiste drin ist. Und Drittens: Gehe systematisch vor. Beginne mit großen Gegenständen und mache erst zum Schluss die kleinteilige Ramschkiste. Am Ende des Ausmistens sollte die Checkliste oben abgehackt, alles leicht zu verstauen und wiederzufinden zu sein.

Als Letztes heißt es nun, bevor es los geht, alle, die vom Umräumen/Ausmisten betroffen sind, kurz zu informieren. Also sag Deiner Exliebe Bescheid, dass er/sie bald kommen soll, um seine Sachen abzuholen. Den Kindern, dass sie einen Großteil ihrer Sachen mit in ihr Zimmer, oder ihre eigene Wohnung mitnehmen sollen – damit Platz für Dein neues Glück ist. Und ganz wichtig, sag es auch Deinem Hund oder Deiner Katze 😊. Die Tiere brauchen auch ihre Zeit, bis sie sich an eine umgeräumte Wohnung gewöhnen.

Veränderung ist nicht leicht, auch für alle um uns herum. Also sag es freundlich und mache klar, dass Du sie gern hast. Nur, dass Du jetzt wieder Dein Glück in der Liebe zu finden versuchst. Allen Bescheid zu geben hat sein Gutes: Wenn es soweit ist und die Kisten zum Weggeben gepackt sind, können sie sofort auf ihren Weg. So kommt es zu keinem Einspruch, es ist niemand gekränkt, sodass Du im schlimmsten Fall dann doch alles aus schlechtem Gewissen behältst. Diese Vorbereitung ist wichtig, da das Aussortieren auch mal emotional aufreibend sein kann. Also mache es Dir so einfach wie möglich. Jeder weiß nun Bescheid. Also wird sie auch kommen, Deine freigeräumte Wohnung.

Hast Du schon einmal überlegt, das Kinderzimmer (falls Dein Kind schon ausgezogen ist) umzuwandeln oder neutral zu gestalten? Denn vielleicht schnarcht der Partner oder Du und Ihr wollt den Seelenfrieden aller behalten, wenn Ihr ein paar Tage gemeinsam verbringt. Falls Du das machen möchtest, spreche mit Deinem Kind/Deinen Kindern darüber. Man kann auch gut ein neutrales Gästezimmer gestalten, kleine Erinnerungsstücke des Kindes jedoch als Dekoration im Zimmer behalten, sodass es sich auch immer Willkommen und zu Hause fühlt.

Hier haben wir für Dich ein paar Aufräumtipps damit es flott ordentlicher werden kann:

  1. 1.) Verabschiede Dich von allem, das zu klein oder zu groß ist, Flecken hat, kaputt ist, Teile fehlen, nicht mehr zu Dir passt oder Du einfach nicht mehr benutzt. Dann liegt bald weniger Zeug auf dem Boden oder dem Stuhl, da es leicht seinen Platz in Deinen Schränken und Schubladen finden kann.
  2. 2.) Verstaue die Winterklamotten unter dem Bett.
  3. 3.)Nutzte den Stauraum auf den Schränken mit Kisten, die Du dort hinstellst
  4. 4.) Bringe eine Hakenleiste an der Tür an, gegen den Klamotten-/Handtuch-Haufen auf dem Boden oder dem Stuhl.
  5. 5.) Nutze Kisten oder Körbe, um Kleinkram oder sehr Buntes aus dem Regal unterzubringen. So ist es für das Auge ruhiger zu betrachten und leichter nach Kategorien zu sortieren und aufzufinden.
  6. 6.) Nimm Obstkisten oder Kartons von bestellten Paketen oder Schuhen zum Verstauen. Du kannst sie ja mit Stoff bekleben oder bemalen, damit sie zur Einrichtung passen. Helle Farben geben Dir das für Gefühl, dass die Wohnung groß ist, dunkle lassen den Raum kleiner werden (z.B. fürs Schlafzimmer, damit es gemütlich wirkt)

Mit diesem Werkzeugkoffer und dem Fahrplan, sollte Dein Ziel, Deine Wohnung bereit für einen Partner zu haben, im Nu erreicht sein.

Was jetzt noch übrig bleibt ist das Weggeben von all dem, was Du aussortiert hast. Alles was kaputt ist, oder wirklich niemand mehr haben möchte, schmeiße einfach weg. Alles andere verschenke oder spende, am Besten auf einmal. Denn die paar Euro, die Du damit einnehmen kannst, sind den Aufwand und den Frust von wochenlang herumstehenden Sachen nicht wert. Du kannst z.B. dem DRK, der Tafel oder dem Altkleidercontainer Deine Sachen spenden. Ruf dort einfach an oder schreibe eine E-Mail damit Dir gesagt werden kann, wie es dort abläuft. Wenn Du etwas verschenken möchtest, stelle bei schönem Wetter eine Kiste mit dem Schild „zu verschenken“ raus. Schreibe bei Nebenan.de oder bei Facebook in den Gruppen „Free Your Stuff Dresden“, „Dresden suche biete tausche verschenke“, „share & care – dresden“ oder „Verkaufen und Verschenken Dresden“ oder frag Deine Freunde und Familie. Alles was nun niemand haben wollte darfst Du einfach zum Wertstoffhof bringen, damit es wieder als Rohstoff verwendet werden kann.

Zum Schluss möchten wir Dir noch ans Herz legen, dass Du es nicht übertreibst. Der Andere soll wissen, dass Du Dein Leben und Deinen Haushalt im Griff hast. Dein Gast soll nicht denken, dass Du ein pedantischer Ordnungsnarr bist, für den eine weitere Person nur verhasstes Chaos und Unordnung bringt. Es darf auch mal eine unordentliche Stelle geben, denn wir sind alle nur Menschen. Und Dein Partner wird wohl auch irgendwo eine kleine Kram-Ecke haben. 😊

In diesem Sinne wünschen wir Dir viel Geduld, Ausdauer und natürlich auch Spaß beim Aussortieren. Genieße Deine ordentliche Wohnung und feiere jeden Zwischenerfolg, Du hast es verdient!

Dein „Date im Freien“-Team

 

PS: Schreib uns gerne in die Kommentare, was Dir beim Ausmisten geholfen hat. Vielleicht ist es ja der entscheidende Tipp für jemanden. 😊

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