ANSPRECHEN – ABER WIE?

„Hallo“, „Servus“ und „Guten Tag!“. Es klingt so einfach. Doch oft ist es schwerer als gedacht, einen fremden Menschen anzusprechen und ein lockeres Gespräch zu führen. Vor allem bei der Partnersuche, aber warum ist das so?
Viele Menschen haben Angst vor Fremden und Veranstaltungen „(…), bei denen sie niemanden kennen. Und doch ist es nicht der Anblick fremder Menschen, der in uns den Angstschweiß hochsteigen lässt. Unsere negativen Phantasien, was uns in Gegenwart dieser Menschen passieren könnte, sind die tatsächliche Ursache für unseren körperlichen Amoklauf.“,
beschreibt Dr. Doris Wolf (Psychotherapeutin) in ihrem Artikel „Soziale Angst überwinden“.

Die gängigsten Gedanken vor einer Veranstaltung (Beispiel: Wanderung) mit Fremden sind:
– Was, wenn sich niemand mit mir unterhalten möchte und ich die ganze Zeit allein hinterherlaufe?
– Wie komme ich rüber? Sehen sie, dass ich unsicher bin?
– Was, wenn ich nichts Interessantes zu erzählen habe? Die anderen erzählen viel interessantere Geschichten auf der Tour.
– Werde ich mich blamieren? Etwas Falsches sagen?

Solche Fragen können uns blockieren, zur inneren Unruhe und Schüchternheit führen. In der Elite-Partner-Studie von 2018 gaben 45% aller befragten Singlefrauen und -männer an „Ich bin eher schüchtern, mir fällt es schwer, auf andere zuzugehen.“. Gehörst Du auch dazu? Dann haben wir hier ein paar nützliche Tipps für den sicheren Umgang mit neuen, noch fremden Menschen für Dich.

SPIEGELBLICK

Bevor wir uns um das Miteinander mit anderen Menschen kümmern, hören wir zuerst in uns hinein. Weswegen bin ich schüchtern und vor allem: Wann und wann nicht?
Führe Dir vor Augen, in welchen Situationen Du Dich schüchtern und unwohl fühlst. Setze Dich an den Küchentisch, schnapp Dir einen Stift und schreibe diese Situationen und die gefürchteten Folgen auf ein Blatt Papier. Stehen diese Momente nun vor Dir auf dem Zettel, schau sie Dir genauer an. Sind diese Ereignisse wirklich realistisch? Ziehst Du nur die negativen Folgen in Betracht?
Unser Gehirn neigt dazu, sich kreativ auszutoben und führt uns Horrorszenarien vor Augen. Diese finden allerdings nur in unseren Köpfen statt und haben nichts mit der Wirklichkeit zu tun.
Kannst Du Dich beispielsweise noch an deine praktische Führerscheinprüfung erinnern? Man sitzt im Auto, wartet auf den Prüfer und hat all die furchtbaren Szenarien vor Augen, die einem während der Prüfung passieren könnten.

Wanderungen für Singles

Wenn Dir Deine Schreckensszenarien den Tag vermiesen, dann können Dir positive Gedanken helfen entgegenzuwirken. Erinnere Dich an ein tolles Erlebnis, bei dem Du Dich gut gefühlt hast und stolz auf Dich warst. Beispielsweise daran, wie sehr Du Dich gefreut hast, als Du endlich allein mit Deinem Auto durch die Straßen düsen konntest, die Prüfung hinter Dir lag und Du Dich frei gefühlt hast. Das hat Freude und Erleichterung in Dir geweckt.
Du entscheidest, welche Seite Du siehst: Die mühselige Anstrengung vorher oder das schöne Ziel am Ende. So ist es auch zwischen zwei Menschen.

So einfach, wie es klingt, ist es dieses Mal auch in Wirklichkeit. Denn unsere negativen Gedanken sind antrainiert. Genauso können wir uns positive Gedanken angewöhnen.
Finde täglich Zeit, um Dir Deine Ängste vor Augen zu führen. Gehst Du abends zu Bett, nimm Dir vor dem Einschlafen nochmal fünf Minuten Zeit. Frage Dich, was Dich am Tag unsicher, ängstlich oder schüchtern gemacht hat. Hinterfrage die Realität dieser Ängste und überlege Dir positive Folgen.

Beispiel:
Jemand fremdes lächelt Dich an.
Negativ: Er lacht mich bestimmt aus.
Positiv: Er findet mich interessant und möchte Kontakt.

DER SCHRITT VOR DEM ERSTEN SCHRITT

Lachen ist die beste Medizin, sagt ein altes Sprichwort und hat gar nicht Unrecht! Auch im ersten Kontakt, kann ein Lächeln der entscheidende Schlüssel sein. Wenn Du nicht weißt, ob der andere auch Interesse an Dir hat, dann versuche es mit einem Lächeln und suche den Blickkontakt. Wird Dein Lächeln erwidert, so hast Du eine VerbinDung hergestellt und einem Gespräch steht nichts mehr im Wege.
Der nächste Schritt zum Gesprächseinstieg ist die aufmerksame Beobachtung (Wetter, Ort, Umstand, …).
Wo trefft Ihr Euch, welche Interessen sind vorher absehbar, über was spricht er/sie mit anderen und kann man daran anknüpfen?

Beispiel 1:
Peter läuft bei einer Wanderung mit vielen neuen Leuten mit und findet Anne sehr interessant. Er traut sich jedoch nicht, sie anzusprechen. Anne erzählt in der Gruppe, dass sie gerne reist.
Ein guter Gesprächseinstieg wäre, sie auf das Reisen anzusprechen und weitere Fragen dazu zu stellen. „Was war dein Lieblingsziel“ oder „Wohin geht die nächste Reise?“ bieten tollen Gesprächsstoff und brechen das erste Eis. Anne fühlt sich über das Interesse geschmeichelt und Peter kann erst einmal zuhören und seine Ängste ablegen.

Beispiel 2:
Marit trifft in einem Park auf Volker. Er betrachtet Blumen, die wunderschön am Wegesrand wachsen. Marit könnte die Situation aufgreifen und das Gespräch mit „In dieser Jahreszeit wachsen die schönsten Blumen, oder?“ eröffnen.
Hätte Volker einen Hund dabei, könnte Marit sich auch diesen Umstand zu eigen machen und ihn Direkt auf das Tier ansprechen.

Oft bieten uns Ort, Situation oder Interessen den perfekten und lockeren Gesprächseinstieg – es lohnt sich also, genauer hinzusehen. 🙂

Hast Du die ersten Schritte geschafft, gilt für das Gespräch: Blickkontakt suchen, Rückfragen stellen, ausführlich antworten, statt kurz und knapp.
Mehr zum anschließenden Thema erfährst Du in einem weiteren Blogartikel „Small Talk – Wie umgehe ich peinliches Schweigen?“.

ZUSAMMENGEFASST

1. Enttarne Deine Ängste und erkenne, dass sie nur in Deinem Kopf passieren.
2. Lächle
3. Lass Dich von Ort, Situation und Interessen inspirieren.
Und vor allem: Hab Vertrauen in Dich und in andere. 🙂

In diesem Sinne hoffen wir, dass Du zukünftig Deine Gedanken selbst bestimmst und gestärkt mit neuem Selbstvertrauen in die nächsten herausfordernden Situationen gehen kannst.

Dies war unser erster Blogbeitrag und viele sollen noch folgen. Vor allem wollen wir Dir hilfreiche Tipps für die Partnersuche, Ratschläge, tolle Ausflugsziele und schöne Geschichten mit auf den Weg geben. Wie hat Dir unser erster Beitrag gefallen? Über Deine Meinung und Unterstützung in den Kommentaren würden wir uns freuen! (:

Mit ganz lieben Grüßen,
Euer „Date im Freien“-Team

PS:
Du möchtest deine Gedanken noch besser trainieren?
Dann haben wir hier eine kleine Übung für Dich:

Wie bei allem gilt: Übung mach den Meister!
Versuche einmal selbst das Lächeln und das Suchen des Blickkontakts zu üben. So hat Felix von „Date im Freien“ es auch gemacht, um selbstsicherer aufzutreten. Möglichkeiten zum Üben, gibt es nämlich viele. Denke nur an all die Menschen, an denen Du vorbeiläufst.
1. Lächle einfach alle kurz einmal an und sage „Hallo!“. Nicht alle antworten, aber die, die es tun freuen sich, dass sie wahr genommen werden und schenken oft ein Lächeln zurück.
Wenn Du richtig loslegen möchtest, dann gehe doch am Wochenende bei schönem Wetter auf den Lilienstein. Dort hast Du viele Gelegenheiten zu Grüßen. 😉
2. Wenn Du Dich dort sicher fühlst, dann probiere es mal bei Deinen Nachbarn und bei dem nächstgelegenen Bäcker oder Fleischer.
3. Zuletzt versuche den Personen, die Du öfter siehst, einfach mal etwas Positives zu sagen. Das kann auch etwas Kleines sein, wie „Ach, ich mag euer Brot einfach gern!“ oder „Ich komme so gern her, weil ihr so sympathisch bedient!“ oder zu deinem Nachbarn: „Du hast eine wirklich schöne Türdekoration aufgehangen. Das schmückt unseren Hausflur wunderbar!“.
Du wirst sehen, diese kleinen Veränderungen haben eine große positive Wirkung auf Dich und die Menschen in deinem Umfeld.

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Quellen (aufgerufen am 10.10.19) :
Dr. Doris Wolf „Soziale Angst überwinden“
https://www.psychotipps.com/Sozialphobie.html

Elite-Partner-Studie 2018
https://www.mynewsdesk.com/material/document/78338/download?resource_type=resource_document

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1 Kommentar zu „ANSPRECHEN – ABER WIE?“

  1. Lieber Felix,
    danke für diese tollen Tipps, um ein wenig Angst des Kennenlernens zu minimieren. Ich selbst beschreibe mich immer als schüchtern, werde aber selten so wahrgenommen, was mich doch verwirrt.
    Am Anfang steht immer eine Überwindung aufzustehen, etwas Neues zu probieren.
    Ich selbst habe an einer wundervollen Wanderung bereits teilgenommen. Meine anfängliche innerliche Nervosität hat sich schnell gelegt. Nicht jeden, den man auf der Wanderung trifft, möchte man auch danach mehr kennen lernen. Es lässt sich jedoch mit allen Teilnehmern wunderbar über jegliche Themen unterhalten, und die eigene Unsicherheit verschwindet. Das war ein tolles Gefühl.
    Ich freue mich darauf, mehr von deinen bzw. euren Erfahrungen zu lesen!

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